Wem gehört die Stadt?

Vom 18. bis 20. März fand der Kongress in Düsseldorf statt. Unten ist ein kurzer Zusammenschnitt zu sehen. Weitere Materialien sind unter Dokumentation zu finden.

Ein kurzes Video vom Kongress


Wem gehört die Stadt eigentlich? Wie ist es möglich, dass immer wieder Entscheidungen gegen die Mehrheit der Bevölkerung getroffen werden? Wessen Interessen werden damit bedient?

DIE LINKE. Ratsfraktion Düsseldorf lädt Wissenschaftler_innen, politische Aktivist_innen und Betroffene ein, um im Rahmen eines Kongresses der Frage „Wem gehört die Stadt?“ auf den Grund zu gehen.

Weit über 700 Millionen Euro werden derzeit in Düsseldorf für eine neue U-Bahn-Linie verbuddelt. Bezahlbarer Wohnraum hingegen fehlt und wird nicht gebaut: Über 124.000 Düsseldorfer_innen hätten Anspruch auf eine Sozialwohnung, es gibt gerade mal 19.000 davon – mit sinkender Tendenz. Für den „Eurovision Song Contest“ gibt die Stadt im Jahr 2011 – unterstützt von CDU, SPD, Grünen und FDP – mindestens 10 Millionen Euro aus. Die Gelder für die Unterhaltung von Kinderspielplätzen werden gleichzeitig gekürzt, 270 Stellen bei der Stadtverwaltung sollen zudem eingespart werden.

Diese Fragen spielen nicht nur in Düsseldorf eine Rolle. Weltweit organisieren sich in immer mehr Städten Menschen gegen Großprojekte (wie „Stuttgart 21“), kämpfen gegen die Verdrängung alteingesessener Einwohner_innen durch gutverdienende Yuppies und setzen sich dafür ein, dass alle Menschen ihr „Recht auf Stadt“ auch wahrnehmen können.

Seit einigen Jahren taucht bei der Frage, welche Interessen städtische Politik eigentlich bedient, der sperrige Begriff „Gentrification“ auf. Gentrification meint zunächst den Prozess der Verdrängung einer Bevölkerungsschicht durch eine wohlhabendere Schicht. Zu diesem Prozess gehören aber auch Kürzungen im sozialen Bereich, ein erhöhter Druck auf Arme und Arbeitslose, eine wirtschaftsorientierte Kulturpolitik und Repression gegen alle, die nicht den Normen der Mehrheit entsprechen.

Mit diesen unterschiedlichen Facetten der Gentrification wird sich der Kongress „Wem gehört die Stadt?“ beschäftigen und dabei Partei ergreifen für die Interessen der Bewohner_innen und für das Recht auf Stadt.

Nicht nur die aktuellen Entwicklungen, sondern auch die Hintergründe, Ziele und Probleme wollen wir verstehen – und Erfahrungen aus den Städten austauschen.

Die Argumentationsmuster der Herrschenden zu entschleiern, Widerstand zu ermöglichen und zu verbessern, politische Alternativen aufzuzeigen und die Stadtpolitik in Frage zu stellen – das soll der Kongress ermöglichen. Denn auch in der offiziellen Stadtplanung gilt der Leitsatz des Kapitalismus: Geld ist Macht.

Wir laden herzlich ein zur Teilnahme an den Diskussionsrunden, Vorträgen und Aktionen des Kongresses und freuen uns auf viele Besucher_innen. Die Teilnahme an dem Kongress ist selbstverständlich kostenlos, Tagungsgetränke ebenso, Speisen gibt es zu geringen Kosten. Für Kinder wird ebenfalls eine AG angeboten. Übersetzungen in Gebärdensprache und andere Sprachen sind nach vorheriger entsprechender Anmeldung möglich. Das ZAKK ist barrierefrei.

Anmeldungen sind nicht unbedingt erforderlich, helfen uns aber sehr bei der Planung von Speisen, Getränken, Raumgrößen usw. Auch unangemeldet kann Jede/r teilnehmen – die ganze Zeit, an einzelnen Vorträgen oder wie auch immer.

Wem gehört die Stadt?
KONGRESS. VORTRÄGE. PODIUM. VERNETZUNGSTREFFEN.
18.-20. März 2011. Zakk. Düsseldorf.

Infos: info@wemgehoertdiestadt.de

Wenn ihr Übersetzungen braucht wendet euch an uns. Bitte meldet euch an. Für Getränke ist gesorgt und für Verpflegung gegen einen Kostenbeitrag.