Themen.

Wie kann die Stadt ein Ort des guten Lebens sein?
Fr. 18.3.2011 von 19.00 - 21.00
Gespräch mit Christoph Twickel, Sahra Wagenknecht, Anita Starosta, Yvonne P. Doderer und Jonas Füllner
Fragen über Fragen: Wie sieht eine soziale und gerechte Stadt – besonders in Hinblick auf die allgegenwärtigen Sparmaßnahmen – aus? Wie können Kommunen trotz der Krise für eine gerechte Verteilung sorgen und damit lebenswerte Orte für alle aufbauen? Was kann gegen Kommerzialisierung und Privatisierung getan werden? Wie kann die Gegenwehr gegen steigende Mieten, hohe Fahrpreise im Nahverkehr, teure Prestigeobjekte und Vertreibung besser organisiert werden? Wie können die Menschen ihre Städte zurückerobern? Wir sind neugierig auf die Antworten.

Die Stadt ist unsere Fabrik
Fr. 18.3.2011 von 21.30 - 22.30
Lesung mit Christoph Schäfer - eine Veranstaltung des ZAKK
Christoph Schäfer liest und zeigt sein wunderbares Buch »Die Stadt ist unsere Fabrik«, einen Bildessay in 158 Zeichnungen. Der Hamburger Künstler erzählt in sechs Kapiteln eine Geschichte des Urbanen: vom Ur-Schlamm bis zur »Recht auf Stadt«-Bewegung in Hamburg 2009. Mit dem Aquarellstift zeichnet er die Begriffslandschaften Henri Lefebvres nach, jene »Revolution der Städte«, die der französische Philosoph in den 1970er Jahren heraufziehen sah. Im postindustriellen Zeitalter, so die These, wird die Stadt selbst zum zentralen Produktionsort. In einer Gesellschaft, in der Leidenschaft und Arbeit, Privatheit und Professionalität zunehmend schwieriger zu unterscheiden sind, wird der Kampf um die Stadt zu einem Kampf um die Produktionsmittel, zu einem Kampf um das Recht auf Stadt.

Was ist Gentrifizierung? Was bedeutet „Recht auf Stadt“?
Sa. 19.3.2011 von 10.00 - 11.00
Mit Andrej Holm, Frank Laubenburg und Nicole Vrenegor
Gentrifizierung, ein Begriff der Stadtgeographie, beschreibt den Prozess der sozialen Umstrukturierung eines Stadtteils. Die „Aufwertung“ des Wohnumfeldes durch selektive Veränderung zunächst durch Modernisierung, dann Veränderung der Gewerbe und zuletzt der Bevölkerung, sind Bestandteil dieses Vorgangs, durch den Mieten steigen und die eingesessene Bevölkerung durch eine wohlhabendere ersetzt wird. Andrej Holm ist der führende Stadtsoziologe, wenn es um Fragen der Gentrifizierung geht. Die Bewegung „Recht auf Stadt“ hat sich im deutschsprachigen Raum maßgeblich in Hamburg etabliert. Nicole Vrenegor führt in die wissenschaftlichen Hintergründe und politischen Kämpfe ein. Frank Laubenburg stellt Düsseldorfer Beispiele vor.

Düsseldorf – neoliberale Stadt und Städtekonkurrenz
Sa. 19.3.2011 von 11.00 - 14.00
Mit Jenny Künkel, Ben Klar, Jonas Füllner und Rainer Midlaszewski
Düsseldorf holt die Mega-Events in die Stadt: den Eurovision Song Contest, Weltskicup-Rennen mit Kunstschnee an der Rheinuferpromenade. Alles, was die Stadt im Vergleich zu anderen profiliert, was den Werbewert steigert, wird – oft gegen den Willen der BewohnerInnen – durchgedrückt, auch wenn die Events Millionen kosten und die BewohnerInnen der Stadt nichts davon haben. Und wie in Düsseldorf läuft es überall. Die ReferentInnen berichten aus ihren Städten und beleuchten die unterschiedlichen Aspekte und Folgen der Städtekonkurrenz.

Kontrollierte Urbanität
Sa. 19.3.2011 von 11.00 - 14.00
Mit Eric Töpfer, Sandra Arntzen und Jasper Prigge
Als „gefährlicher Ort“ und „Angstraum“ ist die (Groß-)Stadt aber seit den 90er Jahren von der Kriminalpolitik wieder entdeckt worden: Lokale Präventionsräte und Sicherheitspartnerschaften, Aufrüstung der Ordnungsämter und Verschärfung von Straßennutzungsordnungen, Platzverweise und Aufenthaltsverbote, verdachtsunabhängige Kontrollen und Videoüberwachung – der Werkzeugkasten zur Ordnung der neoliberalen Stadt ist reichhaltig. Es werden Erscheinungsformen, Ursachen und Folgen der Entwicklung diskutiert, gefragt wem die neue urbane „Sicherheit“ dient und wer sie bezahlt, um nicht zuletzt Möglichkeiten und Grenzen der Intervention auszuloten.

MigrantInnen im Großstadtdschungel
Sa. 19.3.2011 von 11.00 - 14.00
Mit Carsten Keller, Ergün Durmus und Oliver Ongaro
Der Zusammenhang zwischen Ausgrenzung, Stadtstruktur und Integrationspolitik wird in diesen Vorträgen untersucht. Migration hat erheblichen Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung unserer Städte - und die Städte haben ebenfalls Bedeutung für die Situation der MigrantInnen. Einwanderung findet meist zuerst in städtische Regionen statt, die Folge ist eine Internationalisierung der Städte. Besonders heftig ist die Lebenssituationen illegalisierter EinwanderInnen - wie sieht der Stadtraum aus der Perspektive einer Person ohne Papiere aus?

Gender-Frage Gentrifizierung?!
Sa. 19.3.2011 von 11.00 - 14.00
Mit Susanne Frank, Mithu M. Sanyal und Angelika Kraft-Dlangamandla
Die Diskussionen um Gentrifizierung aus der sozialwissenschaftlichen Stadtforschung soll im Zusammenhang mit Urban Gender Studies verdeutlicht werden. Dazu wird Susanne Franks Vortrag „Wandel der städtischen Geschlechterbeziehungen“ die vielfältigen Berührungspunkte von Raum und Geschlecht verdeutlichen. Der Vortrag von Mithu M. Sanyal „Sexcrime and the City“ beschäftigt sich mit Vergewaltigung als dem Argument, mit dem Frauen nahe gelegt wird, sich nur vorsichtig im öffentlichen Raum zu bewegen, nachts dunkle Parks zu meiden und besser nicht zu trampen.

StadtforscherInnen - nur für Kinder
Sa. 19.3.2011 von 11.00 - 14.00
Bist du gerne in der Stadt? Was gefällt dir hier und was nicht? Was möchtest du gerne ändern?
Wir wollen mit euch einen Stadtteil untersuchen, erkunden und erforschen, eine eigene Stadtidee entwerfen und kreativ mit dem Thema Stadt spielen.

Proteste gegen Großprojekte
Sa. 19.3.2011 von 11.00 - 14.00
Mit Daniel Knopp, Klaus Schönberger, Winfried Wolf und Frank Laubenburg
In den Medien sind die Proteste gegen Großprojekte wie den Umbau des Stuttgarter Bahnhofs, die Umgestaltung des Hamburger Stadtteils St. Pauli, den Verkauf des Jan-Wellem-Platzes, den Abriss des Tausendfüßlers usw. allgegenwärtig. Großprojekte sind typisch für die unternehmerische Stadtpolitik, die sich an den Interessen von Konzernen orientiert, statt an den Bedürfnissen der Mehrheit der BewohnerInnen. Welche Gemeinsamkeiten haben Großprojekte in den verschiedenen Städten, welche der Widerstand dagegen? Und was verändert sich an der Form des Widerstands gegen solche Projekte?

Wohnst du noch?
Sa. 19.3.2011 von 15.00 - 18.00
Mit Helma Haselberger, Andrej Holm, Ben Klar, Inge Sandvoss und Martina Austen
Zu einem angstfreien Leben gehört unter anderem eine Wohnung zu haben. Seit Jahren gefährden steigende Mieten diese Sicherheit. Gleichzeitig steigen Armut und soziale Ungleichheit in unserer Gesellschaft, Menschen müssen einen immer größeren Teil des Einkommens für Miete ausgeben. Wie kommen solche Preise zustande? Wer ist verantwortlich? AkteurInnen werden benannt, Proteste aufgezeigt. Alternative Wohnmodelle, die sich auch entwickelt haben, um Wohnraum der Verwertungs- und Kapitallogik zu entziehen, werden vorgestellt.

Widerstandsformen gegen Armut und Vertreibung
Sa. 19.3.2011 von 15.00 - 18.00
Mit Thomas Giese, Nicole Vrenegor, Holger Kirchhöfer und Urban Research in Emancipatory Struggles
Die deutlichsten „VerliererInnen“ der neoliberalen, kapitalistischen Politik sind die Armen. Sie leiden auch unter Gentrifizierung doppelt: sie sind ausgeschlossen vom städtischen Leben, weil alles Geld kostet und wenn sie sich auf „freien“ Flächen aufhalten, werden sie dort Opfer von Vertreibung und Schikanierung. Welche Widerstandsmöglichkeiten gegen Armut, Obdachlosigkeit, Wohnungsnot und die Vertreibung von „Randgruppen“ waren und sind erfolgversprechend? Wie ist Selbstorganisation möglich und wie kann sie gestärkt werden?

(Sub)Kultur als (Akteurin gegen den)Standortfaktor
Sa. 19.3.2011 von 15.00 - 18.00
Mit Rainer Midlaszewski, Christoph Twickel, Ani Dießelmann und Carsten Johannisbauer
Kultur - und besonders Subkultur - hat in den innerstädtischen Aufwertungs-Prozessen einen ambivalenten Stellenwert. Einerseits trägt sie zur Aufwertung bei, dient den Städten als Werbemittel für den Standort, z.B. bei der Bewerbung um den Titel „Kulturhauptstadt“. Im klassischen Vorgang der Gentrifizierung sind Studierende und KünstlerInnen zudem oft (ungewollt) PionierInnen der Aufwertung, deren Opfer sie dann selbst oft werden. Wie können kreative Potenziale im Kampf gegen Gentrifizierung wirken?

Privatisierung & Outsourcing? - Widerstand, Aneignung und Demokratisierung
Sa. 19.3.2011 von 15.00 - 18.00
Mit Luz Kerkeling, Philipp Terhorst, Helmut Born und Özlem Alev Demirel
Staat und Städte werden als Akteure der Privatisierung analysiert, die nicht nur Eigentum veräußern, sondern mit staatseigenen Unternehmen selbst der Profitmaximierung nachgehen. Gleichzeitig muss die öffentliche Hand immer wieder bei gescheiterten Privatisierungen einspringen. Der Ausverkauf der Städte hat in den letzten Jahren dramatische Ausmaße angenommen – und städtische Unternehmen selbst werden von der Politik immer mehr unter Druck gesetzt, „marktgerecht“ zu agieren. Welche Folgen hat das, wie sieht die Gegenwehr aus – hier und in anderen Staaten?

Ökologische Stadt für alle – oder Vertreibung durch Ökologie?
Sa. 19.3.2011 von 15.00 - 18.00
Mit Alexis Passadakis, Anja Vorspel und Mattes Wallenfang
Nicht nur die Wirtschaft, auch die Politik hält an der Idee des Wachstums fest. Das hat nicht nur Auswirkungen auf eine globale Klimakatastrophe, sondern manifestiert sich auch in der lokalen Stadtpolitik. Umweltschutz steht im Zusammenhang mit Wirtschaftsinteressen und Wachstumsglaube. Energetische Gebäudesanierung ermöglicht Mieterhöhungen - in nicht sanierten Häusern hingegen steigen Heizkosten ins Unermeßliche. Wie lassen sich lebenswerte Stadtviertel entwickeln ohne der Verwertungslogik des Kapitalismus zu folgen? Wir hören von unterschiedlichen Ökologie-Projekten und werden deren Grenzen kritisch reflektieren.

Die Städte denen, die darin wohnen!
Sa. 19.3.2011 von 18.00 - 21.00
Vorstellung der Diskussionsergebnisse und Austausch mit stadtpolitischen Gruppen über Strategien, Aktionen und Bündnisse für eine soziale und selbstbestimmte Stadtpolitik.

Erobert eure Stadt!
Sa. 19.3.2011 ab 21.00
Kulturprogramm des ZAKK mit Oiro + Überraschung

Um den heißen Brei
So. 20.03.2011 12.00 – 13.30
Stadtführung mit Anne Mommertz
Stadtführung in die Umgebung des ZAKK zu geschichtsträchtigen Orten der Veränderung und des Widerstands.